Legende vom „reichen Ostrentner“

Kaufkraft-Atlas Zielgruppe 65+
MDR-Umschau widerlegt Legende vom „reichen Ostrentner“

Einkünfte liegen 20 Prozent unter Westniveau

Leipzig (mdr) – Die Einkünfte der ostdeutschen Rentner liegen 20 Prozent unter denen in den alten Bundesländern. Das berichtet das MDR-Magazin Umschau in der aktuellen Ausgabe. Dabei beruft sich das Magazin auf Angaben zur Kaufkraft der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg. Im Westen liegt diese in der Altersgruppe „65 plus“ im Durchschnitt bei 1.740 Euro pro Monat und in den Neuen Bundesländern bei rund 1.390 Euro. Die Zahlen belegen, dass die Legende vom „reichen Ostrentner“ und vom „armen Westrentner“, die Zeitungen in den vergangenen Tagen unter Bezug auf eine Renten-Studie der Hans-Böckler-Stiftung verbreitet hatten, nicht stimmt

Nach diesen Meldungen sollen die „reichsten Rentner“ in Potsdam (durchschnittlich 830 Euro Rente / Monat) wohnen und die „ärmsten“ in Bitburg (495 Euro). Bei diesem Vergleich blieb jedoch die unterschiedliche Berechnungsgrundlage für die Durchschnittsrenten unberücksichtigt. Im Osten werden die hohen Renten von zum Beispiel Lehrern, Ärzten, Ingenieuren und Rechtsanwälten mitgerechnet, im Westen aber nicht. Der Grund: Im Osten bekommen sie historisch bedingt ihre Altersversorgung aus der gesetzlichen Rentenkassen. Im Westen hingegen beziehen sie Pensionen oder Renten aus berufsständischen Versorgungssystemen. Darüber hinaus wurden bei diesem Rentnervergleich andere Einkünfte wie zum Beispiel Betriebsrenten, Erträge aus privaten Vorsorgeverträgen oder Mieten nicht betrachtet. Nach Angaben der GfK liegt der Anteil dieser Einkünfte an allen Einnahmen der über 65-Jährigen in Westdeutschland bei 55 Prozent. Im Osten sind es nur 34 Prozent.

Unter der Berücksichtigung aller Alterseinkünfte – also der Kaufkraft – landen die ostdeutschen Regionen mit den „reichsten Rentnern“ am unteren Ende der Rangliste. Potsdam fällt von Platz 1 auf 364. Hoyerswerda rutscht von Platz 2 auf 359 und Dresden von Platz 3 auf 287. An der Spitze der Rangliste stehen der hessische Hochtaunuskreis (2.370 Euro / Monat) und sein Nachbar, der Main-Taunus-Kreis (2.270 Euro). Dann folgen der bayerische Kreis Starnberg (2180 Euro) und der Kreis Storman in Schleswig-Holstein (2.140 Euro). Die erste ostdeutsche Region liegt mit 1.580 Euro auf Platz 224. Es ist der Ohrekreis in Sachsen-Anhalt. Das Schlusslicht ist mit 1.213 Euro der Kreis Uecker-Randow in Mecklenburg-Vorpommern. Die Tabelle mit allen Kreisen liegt als Excel-Datei unter www.mdr.de/umschau

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