Poka-Yoke
Poka-Yoke ist die leane Antwort auf die Robotisierung in der Massenfertigung. Das japanische Wort bedeutet wörtlich „idioten-sichern“. Diese unfreundliche Wort steht für ein sehr freundliches Konzept. Um eine standardisierte Vorgehensweise gegen unbeabsichtigte Abweichungen („Fehler“) zu sichern, werden Poka-Yoke-Vorrichtungen eingesetzt. Eine Infrarot-Lichtschranke stellt beispielsweise sicher, dass der Mitarbeiter alle Teile jedes mal tatsächlich einbaut. Ein Werbevideo der Firma SpeasTech zeigt Beispiele.
Ein ganz wesentlicher, aber oft übersehener Aspekt von Poka-Yoke ist, dass soweit möglich nur die unbeabsichtigte Abweichung verhindert werden sollte. Werden nämlich alle Abweichungen, selbst die gewollten, unterbunden, entstehen rigide Robotisierungsszenarien: Schon ein kleines unvorhergesehenes Problem kann dann nicht mehr beseitigt werden, weil die Poka-Yoke Einrichtung die dafür notwendige gewollte Abweichung verhindert.
Richtig verstandenes, konsequentes Poka-Yoke führt dagegen zu mehr Freude an der Arbeit, weil die Angst vor Fehlern und die Sorge um deren Konsequenzen keine Rolle mehr spielen. Gleichzeitig wird die freie Entfaltung des Mitarbeiters und damit die ständige Verbesserung gefördert.
Poka-Yoke hat großes Potential im Bereich der Lean Administration. Leider herrscht im Büro immer noch der Gedanke der Robotisierung vor. Mitarbeiter werden beispielsweise bei der Dateneingabe gezwungen, bestimmte Mußfelder auszufüllen. Gültigkeitsprüfungen erzwingen bestimmte Eingabewerte. Der Mensch wird so zum Dateneingaberoboter. Poka-Yoke ist der bessere Weg.









