Affiliate Marketing Betrug über Google Adwords?

Jörg von Kirschbaum am 2. Juli 2009 um 12:07

Gestern habe ich das seltene Glück gehabt, einen Affiliate Marketing Partner, der fragwürdigen Methoden anwendet, auf frischer Tat zu erwischen. Gerade die schwer zu entdeckende Form des “kreativen Marketings” über Google Adwords bemerkt wohl meist nur Google selbst. Und ob eine Dokumentation zu den Vorfällen an die Herausgeber der Affiliate Programme weitergegeben wird, darf man bezweifeln. Natürlich habe ich die Ergebnisseite von Google lokal gespeichert und alle betroffenen Firmen und Google informiert .

Das Schema funktioniert so: Auf die Keyword-Suche nach einer Website mit hohem Traffic wird eine Anzeige geschaltet. Diese Anzeige täuscht vor, es handele sich um eine Werbung der gesuchten Website. Der Klick führt allerdings zu einer Seite des “Partners”, die ausschließlich auf Landingpages von Anbietern führt, für die der “Partner” Provisionen kassiert. Nach einem Tag verschwindet die Anzeige (vorübergehend?) wieder, bevor Google die Verletzung der Markenrechte bemerkt und die Anzeige sperren kann.

Bei einer High-Traffic-Website (im konkreten Fall mit über einer Million Pageviews pro Monat) ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass genügend Google Nutzer die Anzeige sehen und darauf klicken. Gleichzeitig ist die Adwords Anzeige billig weil nicht der reine Markenname als Keyword verwendet wird. Jeder Klick auf der Linkfarm bringt dem “Partner” später mit gewisser Wahrscheinlichkeit Geld ein. In der Kombination aus billigem Keyword bei Adwords und lukrativem Affiliatelink wird bei einigermaßen guter Click-Through-Rate auf der Linkfarm ein Geschäftsmodell daraus. Aber eben ein äußerst fragwürdiges.

Wenn Sie eine High-Traffic Website mit Affiliate-Programm haben, sollten Sie deshalb wachsam sein. Mit geeigneten Analysemethoden kann man auch diesen “Partnern” auf die Spur kommen.

Warum neue Ideen es in alten Organisationen so schwer haben

Jörg von Kirschbaum am 27. Juni 2009 um 13:07

Ein Video von MITWorld, dass ich sehr empfehlen kann, ist dieser Vortrag von Rebecca Henderson. Sie beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Veränderung in großen Organisationen. Überlastung (Muri) wird auch für Sie ein wichtiges Thema werden, wenn Sie die Ergebnisse von Rebecca Henderson gesehen haben.

Wichtig sei die Bereitschaft, erst einmal Verschlechterungen auszuhalten, um dann wirklich nachhaltige Verbesserungen zu erreichen, betont Prof. Henderson. Solch langfristiges Denken ist in der Welt der Quartalszahlen und Analystenreports natürlich schwer durchzusetzen. Dass es sich lohnt, zeigt dieser Vortrag.

Web Analytics Anbieter

Jörg von Kirschbaum am 4. April 2009 um 18:57

Vor kurzen wurde ich von einem Kollegen gefragt, welche Anbieter von Web Analytics es gäbe und welchen ich empfehlen würde. Das ist nicht leicht zu beantworten, denn es gibt viele Anbieter und welcher für eine konkrete Anwendung passt, bedarf gründlicher Analyse.

Zwei der bekanntesten sind sicher Google Analytics und Yahoo! Analytics. Beide haben nicht nur den Charme, kostenlos zu sein. Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen werden diese beiden auch alles bieten, was man zum Einstieg braucht. Die Integration in Content Management Systeme ist nicht schwer, da beispielsweise für Wordpress, Joomla und Drupal ebenfalls kostenlose Plugins zur Verfügung stehen.

Yahoo! Analytics hat gegenüber Google Analytics den Vorteil, dass die erhobenen Daten heruntergeladen werden können und für weitere Analysen zur Verfügung stehen. Dafür ist die Lösung von Google Analytics einfacher zu bedienen, weil wenig Konfigurationsoptionen den Anwender verwirren können. Neben diesen beiden kostenlosen Systemen existieren eine Vielzahl von kostenpflichtigen Angeboten. Hier ein Liste der in meinen Augen wichtigsten Anbieter:

Prozessverbesserung im akademischen Gesundheitswesen

Jörg von Kirschbaum am 10. März 2009 um 11:14

Paul Levy zeigt in seinem excellenten Blog “Running a Hospital” immer wieder, dass im Gesundheitswesen viel Verbesserungspotential gehoben werden kann. In diesem Vortrag bei der Sloan School of Management des MIT erzählt er von seinen Erfahrungen. Der wichtige Hinweis, dass Hospitäler gefährliche Orte sind an denen Menschen sterben können, ist keineswegs ironisch gemeint. Paul Levy beschreibt, wie mit einfachen Mitteln im Beth Israel Deaconess Medical Center immer mehr Menschen am Leben bleiben. Lehrreich und auf Unternehmen aller Art anwendbar sind die hier dargestellten Prinzipien.

Lean Management bei SAP

Jörg von Kirschbaum am 19. Dezember 2008 um 12:37

Headquarter SAP AG, Germany {{ru|Главный офис.
Bild aus Wikipedia
Im Interview mit dem manager magazin erläutert der zukünftige Solo-CEO von SAP seine Strategie. Durch den Abbau von Hierarchie-Ebenen und die Einführung von Lean Management (ausdrücklich erwähnt er das Vorbild Toyota) soll die SAP gestärkt aus der Finanzkrise hervorgehen. SAP-Chef Leo Apotheker wörtlich: “Viel mehr Tempo, wir brauchen deutlich mehr Tempo”. Und mit dem Abbau von nur einer Hierachiestufe von insgesamt bis zu zehn sei es nicht getan.

Dass nun ein Unternehmen wie SAP auf Lean Management setzt, zeigt die universelle Gültigkeit der Lean Prinzipien. Jedes Unternehmen, sogar ein Software-Gigant wie SAP, kann davon profitieren.

Hier gehts zum Artikel: SAP-Chef: Apotheker will zügig umbauen – manager-magazin.de