Marketing in der Kultur

Jörg von Kirschbaum am 8. Januar 2011 um 11:32

Wieder ein interessantes Video von MITWorld. Diesmal geht es um Marketing für Kultureinrichtungen. Michael Kaiser, Direktor des Kennedy Centers, ist ein hochangesehener Spezialist in diesem Bereich. So hat er das Royal Opera House in London aus der Krise geführt und mit dem American Dance Theater gezeigt, wie man durch geschicktes Marketing der Abwärtspirale des dumpfen Kostensenkungsdenkens entkommt. Eine seiner Thesen ist, dass man in den Künsten nicht die Produktivtät steigern kann, um der Kostensteigerung entgegen zu wirken.

Wenn jemand in 18 Monaten ein 30 Millionen Dollar Defizit beseitigen kann, dann freue ich mich über die Gelegenheit, von ihm persönlich zu hören, wie er das gemacht hat. Unbedingt empfehlenswertes Video, nicht nur für Manager in den Künsten.

Effizienz im Marketing Management

Jörg von Kirschbaum am 19. Januar 2010 um 11:04

Bei brandmaker.com finde ich heute einen Artikel der Fachzeitschrift absatzwirtschaft aus 2006, der eine Studie des Institut für Marktorientierte
Unternehmensführung (IMU) der Universität Mannheim zum Thema Effizienz im Marketing Management behandelt. Laut dieser Studie müssen Marketing ManagerInnen (erwartungsgemäß) einen großen Teil ihrer Arbeitszeit auf operative und nicht auf strategische Tätigkeiten verwenden:

“Betrachtet man die unterschiedlichen Kernaufgaben der Marketing-Manager … so zeigt sich, dass der Anteil operativer Tätigkeiten am Tagesgeschäft in deutschen Unternehmen durchgehend zwischen 63 Prozent und 74 Prozent liegt.”

Das stützt meinen Erfahrungswert, dass der größte Anteil der Arbeitszeit im Büro auf nicht wertschöpfende Tätigkeiten verwendet wird. In der Regel werden mindestens 75% der Arbeitszeit auf Muda verwendet.

Das schließt – anders als die Studie es tut – auch die ineffiziente Bearbeitung strategischer Aufgaben ein. In der Studie wird zudem der Effizienzverlust durch Ungleichmäßigkeit der Abläufe (Mura) und durch Überlastung (Muri) der Marketing ManagerInnen gar nicht berücksichtigt. Tatsächlich ist das Potential für mehr Wertschöpfung im Marketing also erheblich größer.

Trotzdem ist der Artikel lesenswert, auch wenn nicht das ganze Bild gegeben wird und die zu Grunde liegende Studie leider nur auf Befragung beruht.

Affiliate Marketing Betrug über Google Adwords?

Jörg von Kirschbaum am 2. Juli 2009 um 12:07

Gestern habe ich das seltene Glück gehabt, einen Affiliate Marketing Partner, der fragwürdigen Methoden anwendet, auf frischer Tat zu erwischen. Gerade die schwer zu entdeckende Form des “kreativen Marketings” über Google Adwords bemerkt wohl meist nur Google selbst. Und ob eine Dokumentation zu den Vorfällen an die Herausgeber der Affiliate Programme weitergegeben wird, darf man bezweifeln. Natürlich habe ich die Ergebnisseite von Google lokal gespeichert und alle betroffenen Firmen und Google informiert .

Das Schema funktioniert so: Auf die Keyword-Suche nach einer Website mit hohem Traffic wird eine Anzeige geschaltet. Diese Anzeige täuscht vor, es handele sich um eine Werbung der gesuchten Website. Der Klick führt allerdings zu einer Seite des “Partners”, die ausschließlich auf Landingpages von Anbietern führt, für die der “Partner” Provisionen kassiert. Nach einem Tag verschwindet die Anzeige (vorübergehend?) wieder, bevor Google die Verletzung der Markenrechte bemerkt und die Anzeige sperren kann.

Bei einer High-Traffic-Website (im konkreten Fall mit über einer Million Pageviews pro Monat) ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass genügend Google Nutzer die Anzeige sehen und darauf klicken. Gleichzeitig ist die Adwords Anzeige billig weil nicht der reine Markenname als Keyword verwendet wird. Jeder Klick auf der Linkfarm bringt dem “Partner” später mit gewisser Wahrscheinlichkeit Geld ein. In der Kombination aus billigem Keyword bei Adwords und lukrativem Affiliatelink wird bei einigermaßen guter Click-Through-Rate auf der Linkfarm ein Geschäftsmodell daraus. Aber eben ein äußerst fragwürdiges.

Wenn Sie eine High-Traffic Website mit Affiliate-Programm haben, sollten Sie deshalb wachsam sein. Mit geeigneten Analysemethoden kann man auch diesen “Partnern” auf die Spur kommen.

Warum neue Ideen es in alten Organisationen so schwer haben

Jörg von Kirschbaum am 27. Juni 2009 um 13:07

Ein Video von MITWorld, dass ich sehr empfehlen kann, ist dieser Vortrag von Rebecca Henderson. Sie beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Veränderung in großen Organisationen. Überlastung (Muri) wird auch für Sie ein wichtiges Thema werden, wenn Sie die Ergebnisse von Rebecca Henderson gesehen haben.

Wichtig sei die Bereitschaft, erst einmal Verschlechterungen auszuhalten, um dann wirklich nachhaltige Verbesserungen zu erreichen, betont Prof. Henderson. Solch langfristiges Denken ist in der Welt der Quartalszahlen und Analystenreports natürlich schwer durchzusetzen. Dass es sich lohnt, zeigt dieser Vortrag.

Web Analytics Anbieter

Jörg von Kirschbaum am 4. April 2009 um 18:57

Vor kurzen wurde ich von einem Kollegen gefragt, welche Anbieter von Web Analytics es gäbe und welchen ich empfehlen würde. Das ist nicht leicht zu beantworten, denn es gibt viele Anbieter und welcher für eine konkrete Anwendung passt, bedarf gründlicher Analyse.

Zwei der bekanntesten sind sicher Google Analytics und Yahoo! Analytics. Beide haben nicht nur den Charme, kostenlos zu sein. Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen werden diese beiden auch alles bieten, was man zum Einstieg braucht. Die Integration in Content Management Systeme ist nicht schwer, da beispielsweise für Wordpress, Joomla und Drupal ebenfalls kostenlose Plugins zur Verfügung stehen.

Yahoo! Analytics hat gegenüber Google Analytics den Vorteil, dass die erhobenen Daten heruntergeladen werden können und für weitere Analysen zur Verfügung stehen. Dafür ist die Lösung von Google Analytics einfacher zu bedienen, weil wenig Konfigurationsoptionen den Anwender verwirren können. Neben diesen beiden kostenlosen Systemen existieren eine Vielzahl von kostenpflichtigen Angeboten. Hier ein Liste der in meinen Augen wichtigsten Anbieter: