Schrittmacher

Jörg von Kirschbaum am 10. November 2008 um 11:32

Der Schrittmacher, engl. Pacemaker, bestimmt den Takt und den Produktmix des ganzen Wertstroms. Hier liegt die Taktzeit an und hier werden die Batches zusammengestellt. Eine Regel des Lean Managements ist es, nur an einer Stelle im Wertstrom zu planen. Diese Stelle ist der Schrittmacher-Prozess.

So funktioniert es: Flussauf vom Schrittmacher liegende Prozesse nutzen gemeinsame Ressourcen und werden über Pull-Mechanismen gesteuert. Flussab vom Schrittmacher liegende Prozesse sind in der Regel als FiFo-Lanes konzipiert. Der Pacemaker wird so zum “Gaspedal” der ganzen Firma.

Je höher der Build-to-Order-Anteil der nachgefragten Produkte, desto früher im Wertstrom wird der Pacemaker liegen müssen. Die Frage nach dem richtigen Schrittmacher und seiner Lage ist eine zentrale Frage des Lean Managements, auch in der Lean Administration. Denn wer den Schrittmacher steuert, steuert den ganzen Rest des Wertstroms.

Office Kaizen aus den 80ern

Jörg von Kirschbaum am 7. November 2008 um 13:56

Heute stelle ich Ihnen ein Video mit Beispielen für Office Kaizen bei Fujico aus den 80er Jahren, gefunden bei YouTube, vor.

Manche der vorgestellten Ideen kommen uns aus heutiger Perspektive bizarr vor. Zum Beispiel die Leuchte auf dem Schreibtisch, die anzeigt, wenn der Abteilungs-Computer eingeschaltet und deshalb belegt ist. Auch die Schreibtische abends völlig leer zu räumen, ist heute kaum noch vorstellbar.

Doch viele andere Ideen fallen in die Kategorie “genial einfach”. Der Büro-Werkzeugkasten, mit allen Utensilien, die im Büro notwendig werden könnten. Die automatisch schließende Schublade. Das FiFo-Lager für Büromaterial. Die Zählvorrichtung für Prospekte. Die Lösung für Zeichnungen, die zu groß für den Schreibtisch sind.

Vielleicht entdecken Sie unter diesen Kaizens etwas für Ihr Lean Office oder werden zu eigenen Ideen angeregt. Für einen Erfolg mit Lean Adminstration bedarf es natürlich noch mehr als nur cleveren Ideen gegen die kleinen Unannehmlichkeiten im Büroalltag. Ein guter Anfang ist es in jedem Fall.

Worauf Gründer bei Marketingmaßnahmen achten sollten?

Jörg von Kirschbaum am 6. November 2008 um 7:56

Die Wirtschaftswoche bringt einen Artikel zum Thema Gründermarketing. Leider bietet dieser Artikel “Marketing: Worauf Gründer bei Marketingmaßnahmen achten sollten” nichts außer Allgemeinplätzen. Schlimm ist, dass der eigentliche Kern des Marketings noch nicht einmal ansatzweise erwähnt wird. Hier ein Auszug:

Thomas Zomack, Spezialist für Existenzgründung beim Gründernetzwerk Impuls in Sachsen-Anhalt, rät aber, schon vorher anzusetzen: „Marketing muss sehr genau auf die Zielgruppe zugeschnitten sein, damit es nicht sinnlos verpufft. Und meine Zielgruppe analysiere ich über ihre Entscheidungsprozesse.“ Dazu gehören vor allem folgende Fragen:
Punkt 1: Wie wird die Aufmerksamkeit des Kunden erzeugt?
Punkt 2: Wie funktioniert der Interessenaufbau des Kunden?
Punkt 3: Wie und nach welchen Kriterien vergleicht der Kunden die Leistungen der Anbieter?

Die Zielgruppe über Ihre Entscheidungsprozesse analysieren? Natürlich richtig. Dieser Entscheidungsprozess verläuft allerdings anders als es Herr Zomack hier darstellt. Weiterlesen… »

5S

Jörg von Kirschbaum am 3. November 2008 um 12:14

5s ist eine Methode des Lean Management, die Muda, Mura und Muri bekämpft. 5S steht für die aufeinander folgenden Schritte Sort, Set in Order, Shine, Standardize und Sustain. Das selten benutzte deutsche Akronym für 5S ist 5A. Die japanischen Begriffe Seiri (Ordnung schaffen), Seiton (Ordnungsliebe), Seiso (Sauberkeit), Seiketsu (persönlicher Ordnungssinn), Shitsuke (Disziplin) beschreiben die Methode am treffendsten, ergeben in der Übersetzung aber kein griffiges Akronym. Deshalb hat sich das Akronym 5S mit englischen Schlagworten durchgesetzt.

  • 5S – Sort bedeutet das konsequente Wegwerfen oder Recycling von allen überflüssigen Gegenständen.
  • 5S – Set in Order steht für die Instandsetzung und Ordnung der Dinge.
  • 5S – Shine meint das gründliche Putzen und Reinigen – sogar der Maschinen von innen.
  • 5S – Standardize schafft allgemein verbindliche Standards für die Ordnung und den Umgang mit den Dingen.
  • 5S – Sustain ist der schwierigste Schritt: Das Erhalten und ständige Verbessern des Erreichten.

Die Methodik des 5S ist natürlich nicht nur in der Fertigung von Nutzen, sondern auch in der Lean Administration. Im Büro kommen dann zu den physischen Dingen noch die Daten im Computer. 5S auch im Computer durchzuführen, wird oft übersehen.

Neben den offensichtlichen, positiven Wirkungen des Flächengewinns, der verbesserten Ordnung und der Sauberkeit hat eine 5S-Aktion auch immer eine Wirkung auf die kognitiven Prozesse der Mitarbeiter. 5S ist ein guter Einstieg in die Methoden des Lean Management und steht meist am Anfang einer Lean Implementation. Entscheidend ist, dass diese Methode in Form eines Kaizen Blitz durchgeführt wird. Obwohl manche Buchautoren empfehlen, die einzelnen Schritte der Methode über Wochen zu verteilen, hat sich in der Praxis nur der 5S-Blitz bewährt.

5A

Jörg von Kirschbaum am 3. November 2008 um 8:24

5A ist das deutsche Akronym für 5S, eine zentrale Methode des Lean Management. Auf Deutsch stehen die 5A für Aussortieren, Aufräumen, Arbeitsplatz sauber halten, Anordnung zur Regel machen und Alle Schritte wiederholt durchlaufen. 5A ist eine Methode, die Muda, Mura und Muri nachhaltig bekämpft.